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5.7

Berichterstattung aus Unrechtsstaaten

In immer mehr Ländern ist die Freiheit auch für ausländische Medienschaffende stark eingeschränkt oder sogar gefährlich. Visa und Aufenthaltsbewilligungen werden kaum oder gar nicht mehr erteilt. Korrespondentinnen und Korrespondenten werden überwacht, bedroht oder aus dem Land gewiesen, mitunter gar verhaftet. Gefährdet ist nicht zuletzt auch ihr Umfeld und erst recht sind es ihre Kontakte, Informantinnen, Gesprächspartner oder Übersetzerinnen und lokale Helfer. 

All dies darf uns nicht davon abhalten, über alle aus unserer Sicht relevanten Themen wahrheitsgetreu und kritisch zu berichten. Sanktionen wie die Verweigerung künftiger Visa sind in Kauf zu nehmen. 

Oberstes Prinzip ist jedoch der Schutz unserer Journalistinnen und Journalisten und ihrer Informantinnen und Mitarbeiter vor Ort. Das heisst: Wenn erforderlich, müssen Gesprächspartner anonymisiert werden; in Ausnahmefällen auch die Berichterstattenden. Bei besonders heiklen Themen kann es ratsam sein, die Berichterstattung aus der Heimatredaktion zu machen und nicht von den und Korrespondentinnen und Korrespondenten im Land selbst.

Version: 1.5 30.01.2026